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09.10.2020

»Wir kennen die Ratlosigkeit in Notsituationen« - Ehrenamtliche der IBB-Stelle berichten über ihr Engagement

Die Mitglieder der IBB-Stelle (v.l.n.r.): Dr. Klaus Jaehn, Bärbel Engling, Lia Schatz, Alexandra Merkle und Regina Kiehlneker.

Seit 2016 gibt es die unabhängige und kostenlose IBB-Stelle von Stadt- und Landkreis; IBB steht für Information, Beratung und Beschwerde. Fünf Mitglieder dieser Beratungsstelle berichten über die Arbeit und ihr ehrenamtliches Engagement: Bärbel Engling, Dr. Klaus Jaehn, Regina Kiehlneker, Alexandra Merkle und Lia Schatz.

  • Welche Aufgaben hat die IBB-Stelle?

Schatz: Die von der Stadt Pforzheim und dem Enzkreis gemeinsam eingerichtete Stelle ist ein niedrigschwelliger Anlaufpunkt im psychiatrischen Hilfesystem. Unsere Aufgabe ist es, den Zugang zu Hilfsangeboten zu erleichtern.

Jaehn: Wir sind für Menschen mit psychischer Erkrankung und ihre Angehörigen da und sind so etwas wie Lotsen auf dem Weg zu Ämtern und Selbsthilfe-Organisationen. Außerdem bieten wir Unterstützung und Begleitung an, wenn es darum geht, Konflikte zu lösen.

  • Und wie arbeiten Sie?

Merkle: Das Herzstück der IBB-Stelle sind ihre Mitglieder: Wir sind entweder selbst Betroffene, Angehörige oder arbeiten im Gesundheitswesen. Durch diese Perspektive entsteht ein sehr wertvoller Erfahrungsschatz. Wir kennen selbst die Hilf- und Ratlosigkeit in Notsituationen und können sie nachempfinden.

Kiehlneker: Wir arbeiten alle ehrenamtlich, sind unabhängig und unterliegen der Schweigepflicht.
Schatz: Die Menschen vereinbaren vorab telefonisch oder per E-Mail einen Gesprächstermin, oder sie kommen direkt in unsere offene Sprechstunde in den Räumen der IBB-Stelle. Das geht momentan allerdings nicht wegen Corona.

  • Wer nimmt dieses Angebot wahr?

Kiehlneker: Meiner Erfahrung nach sind es die nächsten Angehörigen oder der Lebenspartner. Seltener kommt die betroffene Person selbst…

Engling: … und manchmal auch Angehörige und die Betroffene gemeinsam. Wer zu mir in die Sprechstunde kommt, hat ein bestimmtes Anliegen oder möchte Informationen zum psychiatrischen Hilfesystem. Das kann eine Mutter sein, deren Tochter psychische Auffälligkeiten zeigt. Die Mutter fühlt sich mit der Situation alleine und benötigt den Kontakt zu einer psychiatrischen Praxis. Oder es kommt ein Betroffener, der Unterstützung bei einem Beschwerdebrief braucht. Wir schauen die individuelle Situation an und überlegen gemeinsam, welche Hilfen und Informationen es braucht, damit sie verbessert werden kann.

  • Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem ehrenamtlichen Engagement hier in der IBB-Stelle? Und was empfinden Sie als belastend?

Schatz: Das Gefühl gebraucht zu werden und helfen zu können ist für mich das wichtigste. Leider kann ich nicht immer jedem helfen, zum Beispiel bei medizinischen und rechtlichen Fragen. Dann müssen sich die Menschen an eine fachliche Beratungsstelle wenden.

Merkle: Besonders schön finde ich, dass ich mir in der Sprechstunde immer genügend Zeit für die individuellen Anliegen nehmen kann. Wer mich besucht, weiß das immer zu schätzen und ist dankbar, dass ich zuhöre und weiterhelfe. Als belastend erlebe ich die aktuelle Corona-Zeit, denn durch den fehlenden persönlichen Kontakt wird den Rat- und Hilfesuchenden der Zugang zu unserer Beratung erschwert.

  • Das heißt die Arbeit der IBB-Stelle hat sich durch die Corona-Pandemie verändert?

Jaehn: Auf jeden Fall. Unsere Sprechstunden wurden weniger in Anspruch genommen. Jetzt freuen wir uns darauf, dass bald wieder mehr persönliche Kontakte und Beratungsgespräche möglich sein werden.

Die IBB-Stelle ist erreichbar unter 07231 39-1086 oder per E-Mail an ibb-enzkreis@pforzheim.de. Persönliche Informationstermine (an jedem 1. und 3. Mittwoch im Monat von 16 bis 18 Uhr) werden seit dem 7. Oktober wieder angeboten, allerdings nur nach vorheriger Absprache und für maximal zwei Personen gleichzeitig.

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