Sprungziele
Zum Aktivieren des Google-Übersetzers bitte klicken. Wir möchten darauf hinweisen, dass nach der Aktivierung Daten an Google übermittelt werden.
Mehr Informationen zum Datenschutz
Seiteninhalt
05.02.2018

»Sersheimer Wolf« war auch im Enzkreis - Gerissenes Reh auf DNA untersucht

Nun ist es amtlich: Auch im Enzkreis war ein Wolf aktiv – dasselbe Tier, das in Sersheim (Kreis Ludwigsburg) eine Ziege gerissen hat. Das zeigt die Analyse von DNA-Spuren an einem toten Reh, das der Wolf im Enzkreis – genauer: im Wald bei Wiernsheim – gerissen hatte. Ob der Wolf noch in der Region ist, ist unbekannt. Am 8. Januar hatte ein Jäger aus dem Auto heraus in 80 bis 100 Meter das Tier beobachtet und dies an den Landesjagdverband gemeldet.

Die Analyse des Senckenberg-Instituts hat nun ergeben, dass der Wolf aus der sogenannten italienischen Linie stammt (Alpenpopulation). Er ist damit nicht identisch mit dem Tier, das im Laufe der letzten Wochen mehrfach im Nordschwarzwald nachgewiesen wurde. Wegen der räumlichen Nähe halten es die Experten der forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg in Freiburg (FVA) jedoch für gut möglich, dass es sich bei dem Wolf auch um dasselbe Tier handelt, das vor gut zwei Wochen in Korntal-Münchingen nachgewiesen werden konnte.

Welches Geschlecht dieser zweite Wolf in Baden-Württemberg hat und aus welchem Rudel genau er kommt, lässt sich derzeit noch nicht sagen. „Die Analyse muss mit den vorhandenen Daten in der Schweiz abgeglichen werden, das wird noch einige Wochen dauern“, sagt die zuständige Dezernentin Dr. Hilde Neidhardt.

„Die Halter sollten geeignete Schutzmaßnahmen für ihre Nutztiere ergreifen“, rät Neidhardt. Kurzfristig können sie über die FVA vom Umweltministerium bereitgestellte Zaunsets ausleihen. „Hundebesitzer sollten ihre Tiere im Wald immer an der Leine führen“, so Neidhart weiter. Wölfe sollten auf keinen Fall angelockt oder gar angefüttert werden.

Für den Fall, dass ein Wolf ein auffälliges Verhalten zeige, dass er sich zum Beispiel ohne Scheu Menschen nähere, könne das Tier gefangen oder sogar geschossen werden. „Derartige Maßnahmen können auf Basis des Bundesnaturschutzgesetzes unverzüglich umgesetzt werden“, betont die Dezernentin – und hofft gleichzeitig, dass dies nicht notwendig sein wird: „Die Rückkehr des Wolfes ist ja zunächst ein gutes Zeichen: Es bedeutet nämlich, dass wir in einer naturnahen und vielgestaltigen Kulturlandschaft leben, die sorgsam gepflegt und entwickelt wird.“ Sonst nämlich wäre sie nicht attraktiv für Arten, die sich in menschenärmere Gebiete Europas zurückgezogen hatten.

Wer einen Wolf gesichtet zu haben glaubt, kann sich an die FVA in Freiburg wenden unter Tel. 0761 4018-274. Verhaltenshinweise und vieles mehr enthält die Broschüre »Die Rückkehr des Wolfes«des Ministeriums für Ländlichen Raum Baden-Württemberg; sie ist im Internet einsehbar auf den Seiten des Ministeriums und denen des Enzkreises (Suchstichwort „Wolf“).

Seite zurück Nach oben Drucken